Sonntag, 16. November 2014

Familie Ross, unsere Kiwi-Woofing-Gastfamilie

Ab Mittwoch den 5. November haben wir in der Familie Ross das erste mal richtig gewooft. Woofen heißt wörtlich übersetzt "working on organic farms" (auf Farmen arbeiten). Ich muss an dieser Stelle voraus nehmen, dass wir wunderbare 10 Tage in einer echten Kiwi-Familie erlebt haben!

Wir haben in einem Gartenhäuschen mit fließendem Wasser gewohnt, Toilette war draußen und duschen durften wir aufgrund der Temperaturen im Wohnhaus. Typisch für das "arbeiten für Unterkunft" ist auch die Bereitstellung von Essen. Jo, unsere Gastmutter, hat uns einen ganzen Kühlschrank vorbereitet und abends immer super lecker und abwechslungsreich für uns gekocht.

Die Familie Ross würde bei uns in Deutschland als Patchworkfamilie bezeichnet werden, hier in Neuseeland sind zweite Ehen und gemischte Familien weiter verbreitet. Insgesamt haben sie 8 Kinder, davon 1 gemeinsamen Sohn Joseph. Die Kinder sind zwischen 32 und 14 Jahre alt und haben auch schon viele eigene Kinder. Wir wurden während unserer Zeit vielen verschiedenen Kindern, Enkeln und Freunden vorgestellt. In dieser Familie ist immer etwas los!

Vergangenen Sonntag wurden wir in die Kirche mitgenommen und Jo und Kevin haben uns von ganzem Herzen so viel wie möglich über ihr Land, Gewohnheiten und englischen Kiwi-Akzent erklärt. Abends kam die Familie meistens zum essen zusammen und wir haben gemeinsam Film geschaut oder gequatscht.

Der Alltag in einem typischen Farmleben beginnt früh am Morgen und endet ebenfalls früher am Abend. Lisa und ich haben immer mit Jo gearbeitet, am Wochenende auch gemeinsam mit den Söhnen. Ich habe auf jeden Fall viel über Gärtnerei und Tierhaltung gelernt. Mit Gummistiefeln und Handschuhen bewaffnet hieß es für uns Disteln auf dem Feld ausstechen, Unkraut zupfen, Holz schlichten, den Komposthaufen umladen, den Kräutergarten von Unkraut befreien und neu anlegen, einen Graben ausschaufeln, Zitronenbäume verschneiden, den Schafen die Wurmkur verpassen und bei schlechtem Wetter im Haus ein bisschen putzen. Insgesamt haben wir die Arbeiten meinstens gerne gemacht und waren in der Familie wie Töchter integriert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen